Das Business-Potenzial der Frau

Verfasst von Jörg Uhrzeit 13:34 . Abgelegt in philosophieren, Selbstständigkeit

How To Play The GameNein … ich bin nicht auf der Suche nach meiner weiblichen Seite. Nochmals nein … ich möchte keine neue Lesergruppe für mein Blog erschließen. Definitiv ja … es ist immer wieder ein Thema zwischen meiner Frau und mir, wie die holde Weiblichkeit in der Geschäftswelt gesehen wird, mit welchen speziellen  Herausforderungen Sie zu kämpfen hat und wie sie diese erfolgreich und mit ihrer besonderen „Bewaffnung“ bestehen kann.

Bevor bei irgendjemandem das Kopfkino startet: Unter den „Waffen einer Frau“ verstehe ich dabei keine äußeren Attribute, sondern eher die weibliche Art der Herangehensweise an die täglichen Aufgaben innerhalb der Geschäftswelt.

Eines kann ich dabei auf jeden Fall aus eigener Erfahrung sagen: Die Aufnahme sowie die Lösungswege der kleinen und großen Herausforderungen sind definitiv unterschiedlich.

Karsten EdelburgProfessionell und auf der Basis eines umfangreicheren Erfahrungshorizontes hat sich der Managementberater, Inhouse-Consultant und Trainer Karsten Edelburg dieses Themas angenommen und ein – sicherlich nicht nur für Frauen – interessantes Buch geschrieben.

Ein Mann, der über Frauen in der Geschäftswelt schreibt? Herr Edelburg hat sich einigen Fragen gestellt und ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert.  Here we go:

1. Es ist „Zeit für das Business-Potenzial der Frau“, so ein Fazit Ihres neuen Buchs „How to play the Game? Erfolgreiche Frauen in einer maskulinen Geschäftswelt“. Gelten Ihre Thesen ebenso für den Bereich der Selbstständigkeit, sollte man auch dort „Das Spiel der Männer kennen“?

Ganz besonders auch im Bereich der Selbständigkeit. Gerade hier können Frauen ihr volles Potenzial ausspielen. Hier bestehen kaum Wachstumsrestriktionen wie z.B. Hierarchien. Wenn Frauen in der Selbstständigkeit das Business-Spiel verstehen, stehen Ihnen Tür und Tor zu finanziellem Erfolg offen. Leider sehe ich immer wieder Frauen in der Selbständigkeit, die größtenteils mit Frauen Business machen. Richtig großen Erfolg sehe ich in der Kombination der klassisch männlichen und selbstbewussten femininen Fähigkeiten im Geschäftsleben. Bei uns in Deutschland ist der Anteil der Frauen weder in den Konzernen noch in der Selbständigkeit  so hoch wie z.B. in den Vereinigten Staaten, dies wird aber kommen. Die Frage ist nur, ob der Weg dorthin beschwerlich wird oder geschmeidig. Ich bin angetreten um den Weg geschmeidig zu gestalten und ermutige Frauen sowie Männer zusammen Business zu machen.

2. „Lebe Deine Weiblichkeit“, lautet ein weiteres Credo von Ihnen. Kann nicht genau dies in einer in vielen Bereichen männerdominierten Business-Welt falsch verstanden werden?

Ja, kann es! Wie viele Dinge falsch verstanden werden. Hier ist wichtig, dass die Naturgesetze beachtet werden. Das Gesetz im Zusammenspiel zwischen Mann und Frau in der Geschäftswelt ist der Austausch von Qualität (feminin) gegen Quantität (maskulin). Es gibt noch viele Firmen und Organisationen, die einen Führungsstil des letzten Jahrhundert praktizieren – hier ist das Potential des Falschverstehens sehr hoch. Unternehmen, die im Zeitgeist des 21. Jahrhunderts agieren, werden „Lebe Deine Weiblichkeit“ richtig verstehen und vor allem richtig einsetzen, um sich am Markt zu positionieren.

3. Wieso sollten Frauen Ihrer Meinung nach bei einer Existenzgründung anders vorgehen?

Wenn eine Frau eine klassische Gründung wie in den 70er oder 80iger Jahren des letzten Jahrhunderts beabsichtigt, ist dies nicht so sehr von Interesse. Moderne Frauen gehen heute aber den Weg des neuen Unternehmertums, hier sehen sie die wirklich erfolgreichen Start-ups. Diese Frauen haben verstanden, dass mit der „Weiblichkeit“ das Geschäft vorangetrieben wird. Diese Frauen sind „ON“ und haben eine so hohe Anziehungskraft, dass Kunden von alleine zu ihnen kommen. Sie laufen nicht den Kunden hinter her, sondern die Kunden suche diese Gründerinnen und es ist für diese Gründerinnen einfach einen „Fanclub“ aufzubauen, der den Kundenkreis darstellt.

4. Wie verhält es sich bei gemischten Gründer-Teams: Müssen auch dort die Frauen mehr für ihre Rechte und Potenziale kämpfen, oder geht es dabei „gerechter“ zu, was konnten Sie hierbei beobachten?

Hier konnte ich vor allem eins beobachten. Frauen die kämpfen haben zwei mögliche Ergebnisse: Gewinnen oder Verlieren. Besonders da, wo Frauen gegen Männer kämpfen, ziehen Frauen auf lange Sicht den Kürzeren. Mein Mantra für jede Gründerin aus meinen Trainings ist: Du kannst Recht haben oder Reich sein. Es bleibt jedem offen in Geschäftsbeziehungen für sein Recht zu kämpfen. Schlaue Frauen führen hier durch Nachgeben (engl. Yielding). Verliert die Frau durch kämpferisches Verhalten Ihre Anziehungskraft, wird der Weg zum Erfolg sehr beschwerlich, teilweise sogar unmöglich! Ein Start-up mit Mann und Frau, die nach den Regeln spielen ist einfach unschlagbar.

5. Sie bieten auch Seminare und Coachings zum Thema Frauen in Managementpositionen und Gender Diversity an. Was genau kann Frau aber vielleicht auch Mann dort lernen?

Grundsätzlich ist es meine Leidenschaft Frauen erfolgreich zu machen – vor allem finanziell. Unsere Gesellschaft benötigt dringend nach dem Informationszeitalter Frauen in führenden Positionen – überall in der Gesellschaft.  Ich vermittle den Frauen, dass Business wie ein Sport gespielt wird, bei dem es knall hart um Regeln geht. Wer das versteht und seine eigenen Regeln entwirft – wobei ich individuell gerne unterstütze – dem steht nicht mehr viel im Wege, um finanziellen Erfolg zu erlangen.

Im Bereich Gender Diversity ist die Quintessenz der Austausch von Qualität gegen Quantität. Lösche ich bei meinem gegenüber das Feuer und erwarte trotzdem Höchstleistung, produziere ich Asche. Wenn ich meinen Gegenüber AN-schalte, habe ich eine produktive Kooperation oder die Harmonie, nach der wir alle suchen.  Warum soll ich als Mann Macht, Geld und Ansehen von Frauen fernhalten, wenn der Erfolg beim Teilen garantiert höher sein wird und warum soll eine Frau dem Mann die Teilnahme an einem wirklich erfülltem und lebenswerten Leben vorenthalten, wenn es durch teilen noch um ein Vielfaches  lebenswerter sein kann.

6. Welche konkreten Tipps können Sie weiblichen Gründerinnen mit auf den Weg geben, um den Start hin zum eigenen Unternehmen möglichst erfolgreich werden zu lassen?

„Be ON“ sei leicht und spiele. Erhöhe so Deine Anziehungskraft auf Kunden, Kooperationspartner oder Geldgeber. Sauge keine Energie von Mitspielern, sondern inspiriere Deine geschäftliche Umwelt. Wichtig ist ebenfalls Professionalität. Damit meine ich besonders für Frauen – no Drama! Egal was passiert – kein Drama. Leider bemerken manche Frauen nicht, dass sie sich im Drama befinden, sie lieben es sogar diese Rolle zu spielen und wie ein Energievampir ihre Kunden und Geschäftspartner ansaugen und vergraulen. In meinen Trainings ist es ähnlich, wie beim Popcorn machen. Nach kurzer Zeit ist der erste Poppkorn fertig, bis zum Schluss alle „aufgegangen“ sind und die Schüssel überquillt vor Freude, Selbstvertrauen, Mut, Energie. Durch mehr und mehr Informationen, die ich gebe und Erfahrungen aus Rollenspielen, sehen die Teilnehmerinnen andere Möglichkeiten, sind leichter und sehen das Ziel mit anderen Augen, dies sind immer Glücksmomente für mich.

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Joerg Reintjes Hier schreibt Jörg Reintjes. Mensch, Internet-, ecommerce-, open Source-, Software-, Gadget-Fan. Neues-Ausprobierer. Familie, Neues lernen, Fitness und Currywurst - Daumen hoch! Sommerzeit, Gemüsesuppe, Benzinpreise, Opportunisten - Daumen runter! Als Blogger freue mich natürlich über jeden Kommentar. Um nichts zu verpassen, folge mir einfach per RSS-Feed, Twitter oder auf Facebook.

Kommentare (5)

  • 30. November 2012 um 16:41 |

    Ich habe den Titel des Buches gelesen und meine Neugierde war sofort geweckt. Lesen konnte ich es bisher noch nicht. Ich bin aber gespannt, was ich daraus noch lernen kann.
    Was ich besonders gut finde, ist, dass das Buch von einem Mann geschrieben wurde. Vielleicht kann es auch jenen Männern die Augen öffnen, die immer noch der Ansicht sind, eine Frau kann nur Kind und Haushalt managen. Vermutlich würden sie solch ein Buch aber erst gar nicht lesen.

  • Nina
    23. April 2013 um 18:13 |

    Ich finde es wirklich hilfreich und ich kann dies auch nur jedem weiter empfehlen.

  • Uli
    15. August 2013 um 14:10 |

    Meiner Meinung nach gehören Frauen ins Business, da wie bekannt eine Frau feinfühliger ist, besonders im miteinander.

  • Afggen Butt
    31. August 2013 um 12:52 |

    Ich finde ebenfalls, dass man beiden Geschlechtern im Business einsetzen sollte. Besonders die Frau hat den Vorteil, dass sie feinfühliger und zarter in der Sprache ist und kann bei Stress ebenfalls den Kopf kühl halten. Ein wirklich guter Beitrag!

  • Carolin Monsberger
    21. Oktober 2013 um 13:51 |

    Ich muss hier ebenfalls anmerken, dass Frauen ALS AUCH Männer im Business vertreten werden sollen.
    Beide Geschlechter können neue Ideen einbringen und haben unterschiedliche, aber nur zu oft sich ergänzende Ansichten.

    Finde es super, dass du uns hier einen Denkanstoß gibst. Danke!

    Ganz liebe Grüße

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