Dragon NaturallySpeaking Home 11.5 – erste Erfahrungen

Verfasst von Jörg Uhrzeit 14:06 . Abgelegt in Software

Computerlogbuch der Enterprise – Sternzeit 28122011 –Captain Reintjes.

Angeregt durch den Artikel Genial! Effizienz steigern: Blog Artikel erstellen via Spracherkennung, habe ich meinen Wunschzettel kurzfristig überarbeitet. Der Weihnachtsmann hatte ein Einsehen und ab sofort wird geschrieben, wie mir der Schnabel gewachsen ist … und ich fühle mich wie Kirk ;-).

Dragon NaturallySpeaking Home in der Version 11.5 hieß das Objekt meiner Begierde, das es sich nun seit ein paar Tagen auf meinem Rechner gemütlich macht.

Für jeden, der keine Lust hat diesen Artikel bis zum Ende zu lesen, hier gleich das Fazit vorab: Die Spracheingabe funktioniert! Sie funktioniert nahezu perfekt!

Die Ausgangssituation

Vor ca. 10 Jahren habe ich meine ersten Erfahrungen mit einer Vorläuferversion dieses Programms gemacht. Die Ergebnisse waren zwar amüsant, aber alles andere als perfekt, um nicht zu sagen eher ernüchternd. Selbst nach intensivem Anlernen der Software ist es mir nicht gelungen, meine Effizienz beim Verfassen von Texten zu steigern.

Letzten Endes habe ich mehr Zeit damit verbracht, die Texte zu korrigieren, als dass es gebraucht hätte meine geistigen Ergüsse gleich einzutippen.

Infolgedessen habe ich meine Versuche (schweren Herzens) irgendwann aufgegeben.

Lieferumfang

Die Home-Edition, die momentan zu einem Kurs von ca. 74,- € im Netz zu bekommen ist, beinhaltet die Programm DVD und ein Headset. Dessen Qualität kann ich nicht beurteilen, da ich bereits ein ordentliches Headset von Sennheiser nutze.

Ein Handbuch sucht man vergebens. Die im Programm integrierte Hilfe ist aber meines Erachtens nach ausreichend.

Erste Schritte

Nach der Installation des Programms, die wenig mehr als 10 Minuten in Anspruch genommen hat, werden einem die obligatorischen Texte angezeigt, die man vorlesen muss, damit das Programm ein Sprachprofil erstellen kann.

Dauert aber wirklich nicht länger als die angegebenen 4 Minuten. Darüber hinaus fragt das Programm, ob es auf dem Rechner gefundene Dokumente (gesendete E-Mails, eigene Dokumente) analysieren und mit deren Inhalten den integrierten Sprachschatz ergänzen soll.

Das bereits vorhandene Vokabular kann jederzeit durch die Analyse weiterer Texte ergänzt werden. Das habe ich bereits ausprobiert und einfach zwei meiner Blog Artikel über den Umweg einer txt–Datei eingelesen. Neue Begriffe werden dabei extrahiert und es wird nachgefragt, ob man diese Worte in das Vokabular übernehmen möchte. Geht ruckzuck.

Im Anschluss daran kann man loslegen. Die Erkennungsgenauigkeit der ersten Diktate war für mich mehr als verblüffend. Ich kann das an dieser Stelle nicht in Prozentzahlen ausdrücken, allerdings waren die ersten kurzen E-Mails nahezu fehlerfrei.

An welchen Stellen unterstützt das Programm?

In erster Linie geht es natürlich um die Konvertierung von Sprache in Text. Ob es sich dabei um E-Mails, Word–Dokumente, Texte innerhalb eines einfachen Editors, oder auch um Texte beispielsweise in WordPress handelt … bis jetzt habe ich noch keine Anwendung gefunden, in denen die Spracherkennung grundsätzlich nicht funktioniert.

Darüber hinaus ist es möglich, Mausfunktionen mittels Sprachbefehlen auszuführen. Die Befehle muss man natürlich erst einmal kennen. Hier wäre eine Referenzkarte hilfreich gewesen. Nach kurzer Eingewöhnungszeit geht einem aber auch dieses Feature “gut von den Lippen”.

Die Steuerung des Rechners über Sprachbefehle ist für mich eher sekundär. Ein Programmfenster maximiere ich mit der Maus nun mal schneller als per Sprachbefehl.

Gibt es Schwächen?

Aussetzer leistet sich das Programm eigentlich bis jetzt nur bei einigen Schmankerln der deutschen Sprache.

Dazu gehören substantivierte Verben oder auch die Großschreibung von Personalpronomen in Briefen. Ich habe aber auch festgestellt, dass dies nicht immer der Fall ist. Auch habe ich die Hoffnung, dass sich mein Sprachprofil durch die weitere Nutzung des Programms soweit verfeinert, dass diese Fehler zukünftig größtenteils der Vergangenheit angehören.

Ich kann natürlich auch nicht beurteilen, wie die Spracherkennung sich bei einem ausgeprägtem Dialekt schlägt. Auch wenn ich im Ruhrpott aufgewachsen bin, spreche ich doch eher Hochdeutsch. Mal sehen, ob ich in meinem Bekanntenkreis jemanden finde, der das Programm mal mit einem bayerischen oder sächsischen Dialekt ausprobieren kann. Die Ergebnisse werde ich euch wissen lassen.

Ulkigerweise ist das Programm im Buchstabiermodus wesentlich langsamer als das im normalen Diktiermodus der Fall ist. Nervt ein wenig und führt dazu, dass ich zu korrigierende Ausdrücke eher eintippe.

Schick wäre es auch, wenn es von diesem Programm eine Testversion gäbe … dann muss man sich vor dem Kauf nicht auf euphorische Berichte wie meinen verlassen ;-).

Fazit

Die Anwendung des Drachen macht einen Riesenspaß. Die aktuelle Version 11.5 ist nicht mehr mit dem Programm zu vergleichen, das ich vor Ewigkeiten erfolglos getestet habe.

Zugegeben, es ist nicht immer ganz leicht und sehr ungewohnt druckreif in die Büroluft zu sprechen und ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich vergesse zwischen den einzelnen Sätzen Luft zu holen, aber für mich ist Dragon NaturallySpeaking auf jeden Fall ein Riesengewinn. Meine Effizienz bei der Erstellung von Texten ist auf jeden Fall gestiegen. Ziel erreicht!

Ich darf nur nicht den Fehler machen, dem Programm beim Schreiben zuzusehen. Bringt mich jedes Mal aus dem Konzept … also glotze ich wichtig in die Gegend … und spreche mit mir selber (in meinem Alter sowieso nicht ungewöhnlich :-D).

Nicht zu unterschätzen ist auch die Tatsache, dass man beim Diktieren von Texten eine wesentlich entspanntere Arbeitshaltung einnehmen kann, als das jemals beim Tippen möglich wäre.

E-Mails, Artikelbeschreibungen, Briefe, Konzepte und natürlich auch Blogbeiträge, werde ich zukünftig auf jeden Fall mit dem Programm erstellen. Das schließt nicht aus, dass ich auch weiter meine Tastatur nutze (schon alleine zu Überarbeitung der Texte), aber gerade bei längeren Texten oder aber auch bei wiederkehrenden Formulierungen werde ich meine Arbeit auf jeden Fall durch den Drachen unterstützen lassen.

Beide Daumen hoch! Von mir eine absolute Kaufempfehlung!

Nachsatz

Die Erkennungsgenauigkeit dieses Textes lag im Übrigen bei (in meinen Augen) sagenhaften 96,99% (930 Worte  28 Fehler). Dazu habe ich aber auch Fehler in der Groß- und Kleinschreibung gezählt.

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Joerg Reintjes Hier schreibt Jörg Reintjes. Mensch, Internet-, ecommerce-, open Source-, Software-, Gadget-Fan. Neues-Ausprobierer. Familie, Neues lernen, Fitness und Currywurst - Daumen hoch! Sommerzeit, Gemüsesuppe, Benzinpreise, Opportunisten - Daumen runter! Als Blogger freue mich natürlich über jeden Kommentar. Um nichts zu verpassen, folge mir einfach per RSS-Feed, Twitter oder auf Facebook.

Kommentare (17)

  • 28. Dezember 2011 um 14:25 |

    Hallo Jörg,

    schön dass du auch gute Erfahrungen gemacht hast :-) Ich war am Anfang auch viel zu vorsichtig, habe beim Sprechen immer auf die Texteingabe geschielt, und dadurch einiges an Geschwindigkeit verloren die eigentlich möglich ist, aber das gibt sich mit der Zeit.

    Groß/Kleinschreibung ist ab und an etwas verwirrend, ja, ich habe mir angewöhnt bei unsicheren Wörtern gleich schon “groß” oder “klein” mit voranzusprechen, dann geht es ganz gut..

    Ich bin gespannt, wie sich Dragon im Langzeittest schlägt, wie sehr es selbst lernt, auch wenn ich immer etwas zu faul bin neue exotische Wörter zu trainieren.

    Grüße, Michael

    • Jörg
      28. Dezember 2011 um 14:59 |

      Hallo Michael,

      war wirklich ein fantastischer Tipp von Dir.

      Für mich ist es absolut faszinierend, dass man mit dem Rechner nicht mehr wie mit einem Schwerhörigen reden muss, sondern in absolut normaler Sprechgeschwindigkeit vor sich hin brabbeln kann und trotzdem die Erkennungsgenauigkeit nicht darunter leidet.

      Die ganzen Tricks und Kniffe, die beim Diktat unterstützen, kenne ich überhaupt noch nicht (ich mag keine Bedienungsanleitungen) und daher bin ich sicher, dass ich noch einiges an Geschwindigkeit bei der Texterfassung herausholen kann.

      Viele Grüße
      Jörg

  • 28. Dezember 2011 um 17:28 |

    Ich verwende es schon länger mit Philips SpeechMike Air. Das schreiben in Word ist am schönsten. In WordPress dagegen schreibt es am Wortanfang meistens klein. Besonders wenn man mit der Maus einen Fehler ausgebessert hat. Ich verwende es nur im Diktiermodus.

    Vielleicht hat jemand einen Tipp wie am Wortanfang in WordPress immer Groß geschrieben wird.

    • Jörg
      29. Dezember 2011 um 08:51 |

      Ist mir auch aufgefallen. In der Großschreibung erlaubt sich NaturallySpeaking tatsächlich die meisten Fehler. Mal passt es, mal passt es nicht. Eine Gesetzmäßigkeit habe ich da nicht herausfinden können. Vielleicht muss man nach einem “.” eine etwas längere Sprechpause einlegen …

      • 29. Dezember 2011 um 10:13 |

        Das ist ja seltsam, nach einem Punkt macht “mein” Dragon immer groß weiter, egal wie schnell ich spreche.. Und ich habe nichts besonderes eingestellt..

        • Jörg
          29. Dezember 2011 um 10:19 |

          Befindet sich der “.” und der Anfang des neuen Satzes in der gleichen Zeile klappt es bei mir auch immer.

          Liegt der Satzanfang allerdings in einer neuen Zeile oder einem neuen Absatz, klappt es nicht immer.

          • 29. Dezember 2011 um 14:05 |

            Spreche ich in WordPress ohne mit der Maus darin auszubessern, schreibt es korrekt am Satzanfang groß. Nur wenn ich irgendetwas ausbessere, wird nach einem Punkt klein weiter geschrieben. Das stört mich gewaltig.

            In Word gibt es keine Probleme.

          • Dieu Hao Abitz
            2. Januar 2012 um 16:00 |

            Wenn man eine Phrase diktiert, behält Dragon sie im Hinterkopf, damit er sie später lernt. Wenn zwischendurch mit Tastatur gearbeitet wird, verliert Dragon die gesprochene Phrase und Audiodaten. So verliert Dragon die Information nach dem Punkt, groß zu schreiben. Also Hände weg von Tastatur!

  • 30. Dezember 2011 um 13:01 |

    Danke, nachdem ich auch bei den Blogprofis wieder in das Thema reinschnupperte (meine Erfahrungen mit Version 10 waren relativ mies), habe ich gerade die Version 11.5 bestellt und bin SEHR gespannt!

    • Jörg
      30. Dezember 2011 um 13:29 |

      Ich bin mal auf deine Erfahrungen gespannt. Mich begeistert die Anwendung auf jeden Fall. Ich habe heute schon jede Menge E-Mails geschrieben (diktiert), deren Erkennungsgenauigkeit mich wirklich fasziniert hat.

      Dieser Kommentar ist übrigens auch diktiert … und nicht korrigiert ;-)

  • 30. Dezember 2011 um 20:34 |

    Hallo.
    Mich würde mal sehr interessieren, inwieweit sich die Genauigkeit der Spracherkennung von Dragon zur integrierten Spracherkennung von Win7 unterscheidet. Hat da jemand zufällig einige Vergleichsdaten/Erfahrungen?

  • 2. Juli 2012 um 18:11 |

    Hallo Jörg,
    Danke für Deinen Artikel, er hat mir sehr geholfen heute noch das Produkt zu kaufen, ich schreibe oft und viel, manchmal zu viel, darum wollte ich so ein Programm zulegen, nach dem ich die Ipad version getestet hatte, und begeistert war, möchte ich nun eine Version fest auf meinem Rechner. Bei einem Vielschreiber wie mir lohnt sich sowas. Danke nochmals und weiter so!

    Manuela

    • Jörg
      2. Juli 2012 um 21:18 |

      Hallo Manuela,

      für mich hat sich die Anschaffung auf jeden Fall gelohnt. Ich nutze die Software nach wie vor sehr intensiv … und mittlerweile geht mit die Bedienung wirklich locker von der Hand, bzw. den Lippen. Die Erkennungsgenauigkeit hat sich nochmals merklich verbessert und ich habe so ziemlich nichts mehr an dem Tool auszusetzen.

      Liebe Grüße
      Jörg

  • 6. Juli 2012 um 22:29 |

    Hallo und Danke für die Rezension.
    Ich bin ja auch schon seit langem am Schwanken, ob ich mir das Programm endlich mal kaufen soll. Deine Fehlerquote ist allerdings wirklich sensationell gering.
    Im Augenblick bin ich aber etwas stinkig, denn das Programm gab es vorgestern bei Amazon als Blitzangebot unter 100€ und mein Geld war noch nicht auf dem Konto. :)
    Jetzt warte ich einfach auf das nächste Mal. :)
    Gruß, Max

    • Jörg
      7. Juli 2012 um 10:25 |

      Die “Home-Version” gibt es schon für unter 50,-€ und die “Premium-Version” nach wie vor bei Amazon für 99,-€.

  • 7. Juli 2012 um 10:39 |

    @Jörg. Sorry, ich hatte vergessen darauf hinzuweisen, daß ich die Mac Version brauche. :) Und die kostet leider ein wenig mehr.
    Die Home Version für den PC hat die Einschränkung, daß man keine woanders diktierten Texte umwandeln lassen kann wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe.
    Gruß, Max

    • Jörg
      7. Juli 2012 um 10:43 |

      … ok… hinsichtlich der Einschränkung hast du recht und die MAC-Version ist tatsächlich teurer.

      Viele Grüße
      Jörg

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