externe Datensicherung – damit ist meine Sicherungsstrategie komplett

Verfasst von Jörg Uhrzeit 12:29 . Abgelegt in Webdienste

Gestern habe ich mich eines Themas angenommen, das ich, warum auch immer, die ganze Zeit vor mir hergeschoben habe. Es geht um die externe Sicherung meiner Daten. Meine Paranoia hinsichtlich Datenverlustes habe ich schon in Verbindung mit dem Artikel zur Software Personal Backup erwähnt. Trotzdem hatte die Strategie zur Sicherung meiner geschäftlichen Daten bis gestern noch eine massive Lücke.

Meine kompletten Daten auf einer separaten Festplatte zu sichern und die geschäftlichen Daten zusätzlich noch auf einen Stick zu packen ist nur der halbe Spaß. Zusätzlich ist es in meinen Augen unverzichtbar, das für mich wichtige und teilweise unersetzbare Wissen auch noch extern zu lagern. Natürlich könnte ich die Platte oder den Stick jeden Tag in irgendein Schließfach packen, aber für so einen Quatsch fehlt mir einfach die Zeit und die Lust.

Also habe ich mir in stillen Minuten immer wieder mal Dienste angeschaut, die eine online-Datensicherung versprechen. Davon abgesehen, dass es die wie Sand am Meer gibt, war ich bis jetzt aber zu bequem, mal ein Anforderungsprofil zu erstellen, um diese Angebote möglichst objektiv zu vergleichen. Wie gesagt … bis gestern.

Aktuell probiere ich das Strato-Angebot HiDrive Media aus. Warum ausgerechnet diesen Dienst? Er entsprach eben am ehesten meinen Wünschen. Ist zwar nicht kostenlos, aber EUR 4,90 für 100 GB online-Speicher wäre er mir schon wert, wenn er etwas taugt.

Wie sehen meine Anforderungen konkret aus?

  • reine Backup-Lösung mit der Möglichkeit, Daten gezielt zum eventuellen Download für Dritte bereitstellen zu können
  • Volumen des online-Speichers sollte bei bezahlbaren 50 – 100 GB liegen
  • verschlüsselte/abgesicherte Datenübertragung auf den online-Speicher (per SFTP oder VPN)
  • Truecrypt-Container muss ablegbar ( geht sicher bei jedem Anbieter ) und vom lokalen Rechner aus zu mounten sein
  • halbwegs akzeptable Performance ( aber was ist akzeptabel? )
  • der Anbieter sollte seriös wirken ( auch schwer zu beurteilen )
  • kein “Schnickschnack-Angebot” ( Verzeichnisse anlegen, Daten uploaden und gut )

Geht doch eigentlich, oder? Ob die Daten auf einem Server, in der Cloud  ( irgendwo ertrage ich dieses Cloud-Gehype mittlerweile nicht mehr ganz emotionsfrei ) oder in der Schublade der Oma des Datensicherheitsbeauftragten lagern ist mir dabei schnuppe. Stimmt natürlich nicht ganz, aber man kann den Diensten ohnehin nur bis zum offiziellen PR-Material auf den Zahn fühlen.

Gefunden habe ich also das Strato-Angebot. Bietet so ziemlich alles, was ich mir vorstelle und nach den ersten Tests sieht es auch so aus, als ob alles funktioniert.

Ich habe den online-Speicher zwar nicht direkt als externes Netzlaufwerk einbinden können, aber da kann Strato nichts dafür. Schuld daran ist meine AVM! Fritzbox 7390 in der ich zwar den benötigten Port 445 freigeben kann, die sich aber einen Dreck um diese Freigabe schert. Die Fritzbox hat aber wohl eher ein grundsätzliches Problem mit dem zur Kommunikation verwendeten SMB/CIFS – Protokoll und nicht mit der Port-Freigabe. Irgendwann habe ich es dann aufgegeben, zumal die Anbindung sowieso via VPN laufen sollte.

Also bin ich so vorgegangen, wie auf der entsprechenden Strato-Seite beschrieben und nach 10 Minuten lief alles. Verbinde ich den online-Speicher jetzt also über die HiDrive Software, wird er als Laufwerk eingebunden und die Datenkommunikation läuft durch einen VPN-Tunnel. So kann ich recht sicher und komfortabel Daten hin- und herschaufeln. Kommt aber nur dann zur Anwendung, wenn ich unverschlüsselte Daten “mal eben” ablegen möchte.

Die eigentliche Datensicherung läuft in einen Truecrypt-Container, den ich auf der online-Platte per SFTP ablege und zur Sicherung meiner Daten mit Personal Backup vorher mounte.

Kurze Anmerkung: Wichtige Daten würde ich nur verschlüsselt ablegen. Da ist zwar nichts bei, was den Lauf der Welt verändern wird und meine kleine Firma wird in absehbarer Zeit sicher nicht das Ziel von Industriespionage, aber es wäre fahrlässig unverschlüsselte Daten ins Netz zu pusten, von denen man nicht möchte, dass sie theoretisch jedermann zugänglich sind.

Selbst Fotos würde ich zumindest komprimieren und dabei verschlüsseln. Muss aber jeder selbst entscheiden.

Damit ich bei der initialen Sicherung etwas Zeit spare, habe ich den Container lokal angelegt, die Daten darin gesichert und ihn dann hochgeladen. Korrekterweise muss es heißen, dass ich noch dabei bin ihn hochzuladen. Bis 20 GB oder mehr extern abgelegt sind, braucht es bei einem Upload mit theoretisch möglichen 1024 kbit/s schon ordentlich Zeit. Der Abgleich der Daten bei zukünftigen Sicherungsläufen geht dann hoffentlich einigermaßen fix.

Ich habe das gestern mal mit 200 MB ausprobiert. Da hat der Abgleich 30 Sekunden gebraucht. Sieht natürlich anders aus, wenn während der Synchronisation ordentlich Daten hochgeladen werden müssen, aber einen Tod muss man sterben.

Die Weboberfläche des online-Speichers ist recht schnörkellos, aber absolut ausreichend. Ich werde mir jetzt mal die 30 Tage-Testzeit gönnen und dann entscheiden, ob ich bei dem Angebot bleibe, oder ob ich mir etwas anderes suche.

Strato Hidrive - Weboberfläche Übersicht

Strato Hidrive – Weboberfläche Übersicht

Strato Hidrive - Weboberfläche Dateimanager

Strato Hidrive – Weboberfläche Dateimanager

Strato Hidrive - Weboberfläche Einstellungen

Strato Hidrive – Weboberfläche Einstellungen

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Joerg Reintjes Hier schreibt Jörg Reintjes. Mensch, Internet-, ecommerce-, open Source-, Software-, Gadget-Fan. Neues-Ausprobierer. Familie, Neues lernen, Fitness und Currywurst - Daumen hoch! Sommerzeit, Gemüsesuppe, Benzinpreise, Opportunisten - Daumen runter! Als Blogger freue mich natürlich über jeden Kommentar. Um nichts zu verpassen, folge mir einfach per RSS-Feed, Twitter oder auf Facebook.

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