Welches ERP-System hätten Sie denn gerne?

Verfasst von Jörg Uhrzeit 16:51 . Abgelegt in Abwicklungssytem

Ich muss zugeben, dass der Titel des Artikel ziemlich hochtrabend ist. Es geht darum, dass ich natürlich für meinen Webshop ein Abwicklungssystem benötige, um die nachgelagerten Abwicklungsprozesse und die Artikelverwaltung nicht über irgendwelche selbst gestrickten Prozesse organisieren zu müssen. Es besteht auch die Möglichkeit mit Hilfe von vorhandenen Office-Anwendungen etwas zusammen zu basteln. Aber da fängt es bei der Auswahl schon an. Nutzt man Excel, Access oder Word? Vielleicht alles in Kombination?

Aber Vorsicht: es gilt aber darüber schon einiges zu managen – Einkauf, Verkauf, Abrechnung, Kundenanfragen, Rechnungslegung, Fibu und und und. Da ist mit selbst zusammen klöppeln, ohne entsprechenden Zeitaufwand für die Entwicklung, nicht viel zu gewinnen. Vor allem, wenn es dann auch noch anwendungsübergreifend laufen muss. Mit Excel erstellte Rechnungen sind nicht so hübsch, wie unter Word erstellte. Excel verwaltet die Daten nicht so komfortabel wie Access und Access komplexe Berechnungen beizubiegen geht zwar, ist aber nicht so richtig sinnstiftend. Fazit: Es muss ein ERP-System her.

Dabei ist dieser Begriff natürlich etwas weit gefasst. Grundsätzlich habe ich in meiner Berufslaufbahn schon mit sehr umfangreichen Abwicklungssystemen gearbeitet, oder sie zumindest im Rahmen von Ausschreibungen mal angeschaut. Ob das proprietäre Eigenentwicklungen waren, oder die üblichen Verdächtigen der Versandhandelsszene (MOS-Tangram, ALEA und natürlich die Software-Suiten meines Ex-Arbeitgebers namens DiVA und MAIL Plus) Ein ziemlich komplette Aufstellung der zur Verfügung stehenden Systeme findet man hier.

Wie gesagt, mit manchen dieser Systeme habe ich gearbeitet, andere nur kennen gelernt. Alle haben eine unangenehme Eigenschafte gemeinsam: sie sind für mich aktuell unerschwinglich und in Teilen einfach auch zu überdimensioniert. Jetzt weiß ich natürlich (leider) genau was man so braucht und das macht es um so schwieriger mit Abstrichen zu leben.

Damit ich überhaupt zu einer Entscheidung komme, habe ich mir einige wenige Anforderungen herausgesucht, die das System auf jeden Fall erfüllen sollte:

  • es muss eine kostenlose Basis-Version geben
  • die Software muss aktuell noch weiter entwickelt werden
  • es sollte eine aktive Anwendungs-Community zum Produkt ansprechbar sein
  • es muss eine Schnittstelle zur Shop-Software meiner Wahl existieren
  • Warenwirtschaft, Einkauf, Verkauf müssen sauber abgebildet sein (ist ja logisch ;-))
  • die Anwendung muss skalierbar sein, also nicht bei >30 Aufträge pro Tag die Flügel strecken

Damit habe ich mich schon ziemlich zurück genommen. Ich bin natürlich auch bereit, meine Prozesse in Grenzen der Software anzupassen, aber bestimmte Key-Features sind für mich schon existenziell. Letzten Endes sind dabei momentan 4 Alternativen übrig geblieben.

  1. selbst programmieren (Delphi oder auf Basis des Filemaker oder vielleicht doch Access …)
  2. CAO-Faktura
  3. mcn commerce

Diese Alternativen werde ich jetzt mal auf Herz und Nieren prüfen. Sollte jemand noch eine andere Idee haben und sich auf diese Seite verirren, dann immer her damit! Über meine Erfahrungen mit den genannten Programmen werde ich auf jeden Fall berichten. Eines war mir von Anfang an klar. So ganz ohne Investition wird es nicht gehen. Allerdings muss sie so überschaubar sein, dass sich das Ganze über die Einsparung im Bereich der Prozess-Kosten sehr schnell amortisiert.

Sollte ich anfangen selbst etwas zu basteln, werde ich dazu sicher auch etwas zum Besten geben … und sei es nur jammern und stöhnen ;-).

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Joerg Reintjes Hier schreibt Jörg Reintjes. Mensch, Internet-, ecommerce-, open Source-, Software-, Gadget-Fan. Neues-Ausprobierer. Familie, Neues lernen, Fitness und Currywurst - Daumen hoch! Sommerzeit, Gemüsesuppe, Benzinpreise, Opportunisten - Daumen runter! Als Blogger freue mich natürlich über jeden Kommentar. Um nichts zu verpassen, folge mir einfach per RSS-Feed, Twitter oder auf Facebook.

Kommentare (4)

  • Waldemar
    17. Mai 2012 um 22:39 |

    Hey, was glaubst Du wann Du ggf. die ersten Ergebnisse präsentieren kannst? Würde mich ebenfalls für beide interessieren, bin mir aber nicht sicher welches ich von beiden nutzen soll. Vorerst werde ich offline Bestellungen / Aufträge verwalten und bearbeiten, nachträglich mal evtl. auch einen onlineshop aufstellen. MfG

  • Jörg
    18. Mai 2012 um 09:24 |

    Hallo Waldemar,

    tatsächlich werde ich keines der beiden Systeme einsetzen. Das liegt aber nicht daran, dass die Systeme schlecht sind, sondern eher daran, dass ich einen weiteren Shop in der Planung habe bei dem sowohl CAO-Faktura, wie auch mcn commerce nicht passen.

    Grund dafür ist das recht komplexe Geschäftsmodell des neuen Shops, so dass ich zu viel Zeit (und Geld) in die Anpassung der Systeme stecken müsste.

    Es wird also etwas komplett eigenes gebastelt. Das wiederum ist dann auch so speziell, dass sicher kein anderer Onliner etwas damit anfangen kann.

    Momentan setze ich eine eigene, auf Access basierende, Lösung ein. Die passt ganz gut und erlaubt es mir recht effizient zu arbeiten.

    Viele Grüße
    Jörg

  • Sara
    9. Juli 2012 um 15:21 |

    Hallo Jörg,

    hast du mittlerweile schon ein passendes System gefunden? Meiner Ansicht nach ist es am sinnvollsten, ein Warenwirtschaftssystem mit angeschlossenem Shop zu suchen statt ein WaWi für einen Shop. Nur so ist ein reibungsloser Datenaustausch gewährleistet. Schnittstellen machen meistens Probleme.

    Viele Grüße,

    Sara

    • Jörg
      9. Juli 2012 um 16:29 |

      Hallo Sara,

      grundsätzlich gebe ich dir recht, aber ich war so angetan von OXID, dass ich mich zunächst auf ein Shopsystem festgelegt habe.

      Es gibt aber auch dafür die passenden WaWi-Systeme … die dann vor allem auch noch einige Marktplätze bedienen.

      Aus Kostengründen bin ich aber immer noch bei meiner eigenen Lösung “hängen” geblieben.

      Beste Grüße
      Jörg

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